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Vom Schaf zum Pullover

John Seymour sagt, dass ein Schaf einen Mensch kleidet. Das kommt ungefähr hin, wenn man nicht jedes Modegesäusel mitmacht und nur Kleidung herstellt, die wirklich gebraucht wird. Lasst uns rechnen:

Was braucht man so: Socken, Hose oder Rock, Hemd und/oder Pullover, Unterwäsche, Jacke, Mütze, Handschuhe, Schlafanzug...

Eine ganze Menge davon kann man selber machen, für einiges braucht man vielleicht die Dienstleistung anderer.

Auf der anderen Seite steht der "Ertrag" an Wolle von einem Schaf: unsere Gotländer werden zweimal im Jahr geschoren und bringen dann jeweils ungefähr anderthalb Kilo Wolle auf die Waage.
Mal abgerechnet, was so abfällt an Dreck und Fett beim Waschen, ein paar Reste hier und da beim Karden, Spinnen, Stricken, Weben und der Verschnitt beim Nähen bleiben sicher zwei Kilo Material pro Jahr. Das reicht sicher für einiges.

Nimmt man jetzt noch Leinengarn und -stoff aus der Region dazu (nein, ich werde jetzt nicht anfangen, Flachs anzubauen!), bekommt man eine komplette Garderobe zusammen.

Und sagt mir jetzt nicht, das ist kratzig, kann man nicht waschen, sieht blöd aus, ist teuer und überhaupt brauche ich unbedingt meinen Fleece-Pulli und meine GoreTex-Jacke!

Mumpitz! Das ist alles eine Frage der Verarbeitung und der Qualität. Die Wolle von unseren Gotländer ist so seidenweich, da kann höchstens noch ein Merino gegen an. Und: schon mal wirklich hochfeine Merinowolle getragen? Die Firma Icebreaker macht's vor: ein Traum von Textilien. Und jeder "Funktionswäsche" haushoch überlegen - angenehm zu tragen, antistatisch, stinkt nicht, muss nicht so oft gewaschen werden und übersteht sogar eine 60°C Wäsche (unabsichtlich selber ausprobiert ;-) ).

Richtig gewebt sind Leinen und Wollstoffe, z.B. Loden wasserdicht. Außerdem wärmen sie auch noch, wenn sie nass sind. Warum brauche ich dann Textilien aus Erdöl?